Die fantastische Lage ausserhalb der Bauzone zwischen Bündner Bergdorf und nahen Berggipfeln verleiht buchstäblich Flügel und öffnet Herz und Seele.
Ein privater Kurort für die gesamte Familie. Die Hütte und der angrenzende Stall sind umgeben von weitläufigen Bergwiesen, die nahtlos in die Bergwelt übergehen. Das baulich und gestalterisch spannende Projekt konzentriert sich dabei in der Hauptsache auf den Innenraum und schafft neue Bezüge zwischen dem Innen- und dem Aussenraum.
In dieser Szenerie der mächtigen Bergwelt galt es, ein ebenso pures wie konsequentes Konzept zu entwickeln, das den Wohnansprüchen der in der weiten Welt wohnhaften Familie entspricht. Die Bausubstanz des ursprünglichen Wohnhauses war neueren Datums, sodass fundamentale Veränderungen der innenliegenden Volumetrie und der räumlichen Anordnung möglich wurden. Der Keller wurde in der gesamten Grundfläche des darüberliegenden Holzbaus neu erstellt, was einen spektakulären Bauzustand zur Folge hatte und gleich zu Beginn der Bauarbeiten die Konsequenz des Projekts des in dritter Generation genutzten Ferienhauses unterstrich.
Das Projekt entwickelt sich über drei Ebenen: Kellergeschoss, Wohngeschoss und Schlafgeschoss. Die Einbindung der drei Ebenen erfolgt einerseits über ein neu erstelltes Treppenhaus zwischen Wohnhaus und Stall und andererseits über den vor dem Stall befindlichen gedeckten Zugang mit Brunnen und der vorgelagerten Bergwiese, die durch eine alte Trockenmauer begrenzt ist. Hier unten befindet sich der Zugang in die Sauna, die über einen felsigen Naturkeller erschlossen ist. Diese naturbelassene Vorzone prägt den hinter einer Glasfront liegenden Innenraum mit der Sauna – ein in sich ruhender Raum hinter der alten Kellermauer aus Felsen und Steinen, der über eine dreiteilige Holztüre dosiert mit Tageslicht versorgt werden kann.
«Sobald das Tor aus alten Fassadenbrettern mittels Seilzugs hochgezogen wird, eröffnet sich aus dem Gäste- und Lesezimmer ein spektakulärer Blick in die Bergwelt, der zum Verweilen und Staunen einlädt.»
– Christoph Cavigelli
Das neue Treppenhaus ordnet die Eingangssituation zum Wohngebäude neu und schafft dabei die Voraussetzung für einen zum Tal orientierten, gedeckten Aussenraum mit dahinterliegendem Gäste- und Lesezimmer im Schlafgeschoss. Sobald das Tor aus alten Fassadenbrettern mittels Seilzugs hochgezogen wird, eröffnet sich aus dem Gäste- und Lesezimmer ein spektakulärer Blick in die Bergwelt, der zum Verweilen und Staunen einlädt.
Im Wohngeschoss befindet sich die Küche mit einer grosszügigen Kochinsel und das mittig an der Fassade angeordnete Cheminée, das sich im Zentrum eines gemütlichen Einbausitzmöbels befindet. Die Fenster links und rechts des Cheminées öffnen diesen einheitlich in gebeiztem Birkenholz ausgekleideten Raum nach aussen und schaffen eine ebenso wohnliche, wie exklusive Atmosphäre. Die elegante Küche bildet das Rückgrat dieses zentralen Wohnraumes, der zur Westseite nahtlos in den Sitzplatz, die dahinterliegenden Bergwiesen und den angrenzenden Wald übergeht.
Über die Treppe gelangt man in das Schlafgeschoss, das in Anlehnung an die japanische Kultur komplett von diesem Bewegungsraum und dem Wohnraum abgetrennt werden kann. Aus dem ebenfalls dunkel eingekleideten Treppenhaus eröffnen sich interessante Perspektiven in die freie Natur, sei dies hangseitig durch ein wunderbares Schaufenster auf die Trockenwiesen oder talseitig durch den Sitzplatz unter dem Verbindungsdach zum Stall in die majestätische Bergwelt. Der Schlaftrakt kann mittels drei Schiebetüren nach Bedarf variabel organisiert und genutzt werden. Der Dachraum ist in naturbelassenen, hellen Birkenpanelen gehalten. Die helle Dachuntersicht bildet den Abschluss einer räumlichen Gewichtung dieser in allen Geschossen verwendeten Birkenbekleidung, die im Keller auf markante Sichtbetonwände trifft, sich danach mit einer reduzierten Präsenz derselben im offenen Wohngeschoss fortsetzt und schliesslich im reinen Holzausbau des Schlafgeschoss endet. Der wertvolle, handgehobelte Arvenparkett verbindet dabei alle Geschosse miteinander und trägt so zum behaglich homogenen, sich in jedem Geschoss spürbar verändernden, Raumgefühl bei.
Der Projektumfang umfasst neben der bautechnisch und architektonisch herausfordernden Planung und Realisierung auch den Entwurf des massgeschneiderten Interieurs mit zahlreichen Schreinereinbauten, Polsterarbeiten und loser Möblierung bis hin zum Entwurf passender Leuchten mit Reflektoren mit kostbarem handgeschöpftem Japanpapier aus Familienbesitz.
Das Verständnis und die Zielsetzung, diesen innigen Ort der Kraft in den Bündner Bergen und des Zusammenhalts der Familie wertzuschätzen und neu zu gestalten, hat das Projekt gesamtheitlich geprägt. Die architektonische Ausformulierung und die ausgewählte Ausstattung weisen auf persönliche Steckenpferde und familiäre Bezugspunkte hin, die sich neben der Setzung bedeutender Erinnerungsstücke aus lokalen und internationalen Stationen der Familienmitglieder auch in Form der farbenfrohen Bilder und Skulpturen der Mutter und Kunstobjekte weiterer Familienmitglieder manifestiert.
Ein weiterer Hinweis auf die Stationen der Familie findet sich in den Bädern wieder. Den «piso loco» aus handgefertigten, matt bemalten und gebrannten Zementplatten hat die Schwester aus ihrem Zuhause in der Karibik mitgebracht. Während zwei Bäder mit eindrücklichen geometrischen Wandmotiven passend zum Sichtbeton gestaltet wurden, versprüht der Boden des dritten Bads mit einem Teppich aus zufällig kombinierten Dessins ein Hauch karibischer Lebensfreude.
Das gestalterische Interesse der Familie und die beinahe grenzenlose Hingabe während der Planung und Umsetzung dieses Familientraums in den Bündner Bergen hat zu einem ausserordentlich persönlichen und einzigartigen Resultat geführt, das allen Heimkehrenden immer wieder aufs Neue grosse Freude bereitet und die Gäste der Familie an ihrer bewegten Geschichte teilhaben lässt.
















| Projektinformationen |
|---|
| Projekt Umbau Ferienhaus |
| Baustart 2024 |
| Bauende 2025 |
| Projektumfang Architektur, Innenarchitektur, Gestalterische Leitung |
| Arbeitsgattung |
|---|
| Architektur, Bauleitung, Interior Design CAVIGELLI & ASSOCIATES AG, Domat/Ems |
| Bauingenieurleistungen Liesch Ingenieure AG, Chur |
| Baumeisterarbeiten Vetsch Bauen AG, Küblis |
| Zimmermannsarbeiten Boner Holzbau AG, Serneus |
| Massivholzarbeiten Andres Hartmann, Pany |
| Elektroanlagen Clement Elektro AG, Landquart |
| Sanitär- und Heizungsanlagen Plattner Gebäudetechnik AG, Rothenbrunnen |
| Sauna Grischa Wellness, Chur |
| Schreinerarbeiten und Kücheneinrichtungen Schreinerei Gasser AG, Haldenstein |
| Polsterarbeiten Raum Rätia, Landquart |
| Metallarbeiten Platz Art Metall, Alvaneu Dorf |
| Bodenbeläge aus Holz Urs Kaufmann, Pusserein |
| Plattenarbeiten W & W Candrian GmbH, Trin |
| Malerarbeiten Bruno Oprandi, Seewis |
| Fotos Bruno Helbling |